»ich entscheide mich für ewigzeit / und die rechte tasche ist voller vergebung / und die linke tasche ist voller scham«, schreibt Ásta Fanney Sigurðardóttir (*1987) in ihrem Lyrikdebüt »Eilífðarnón« (Partus Forlag 2019), das 2022 in deutscher Übersetzung von Jón Thor Gíslason und Wolfgang Schiffer unter dem Titel »Ewigzeit« im Elif Verlag erschienen ist.
Darin macht sich das lyrische Ich auf eine Reise quer durch raumzeitliche Dimensionen und surreale Gedankenbilder: »die tage schmelzen zusammen am hang / der traum schmilzt mit den tagen zusammen / ich schmelze zusammen mit den bildern«. Die Gedichte nehmen unvorhersehbare Wendungen, sind voller Anklänge nordischer Mythologie und märchenhafter Natur- und Tiermetaphorik. Zwischen Traum- und Wachzustand, Wahrheit und Täuschung reist das lyrische Ich entlang von Existenzfragen: »nichts ist so wie es scheint / alles / ist / vielerlei«.
Ásta Fanney Sigurðardóttir gilt nicht nur als eine der derzeit aufregendsten Dichter·innen Islands, ihre Arbeiten sind multidisziplinär und umspannen Poesie, Musik und bildende Kunst. Sie ist Teil des Electro-Pop-Duos aYia und Mitbegründerin der Galerie Kunstschlager in Reykjavík. Ihr letzter Band »Gluggi – draumskrá« (Tunglið forlag, dt. Fenster – Traumregister) erschien 2021 und umfasst eine Liste von Träumen.
Moderation: Margrét Áskelsdóttir
Foto © Gulli Mar