Er ist Anfang zwanzig und lebt als einer der Letzten seiner Generation in einem abgelegenen nordschwedischen Dorf, die Landschaft von karger Schönheit, die Menschen so eng und zerklüftet wie schlicht. Zwar deuten sich überall schmerzliche Geheimnisse an, doch Antworten erhält der Suchende nicht. Auf keine seiner Fragen.
Erst als er zu lesen beginnt, eröffnet ihm, einem bald Besessenen, die Literatur eine gänzlich neue Welt. Auch Antworten deuten sich an. Mit dem reißenden Strom seiner Gedanken spült es ihn schließlich in die große Stadt. Dort begegnet er einer manischen Literatin und taucht ein in die sich lustvoll zelebrierende Bohème. Doch Antworten scheinen ferner denn je. Erst als etwas Unvorhergesehenes geschieht, ahnt er, worin diese liegen könnten, und handelt, ohne zurückzuschauen.
»Dein Wille wohnt in den Wäldern« ist ein stiller, unerschrockener Roman über Herkunft, Zugehörigkeit und das Leben zwischen Schweigen und Sprache.
Das schwedische Original ist in einer Mischung aus nordschwedischem und tornedalischem Dialekt sowie der Minderheitensprache Meänkieli verfasst.
»Selten hat sich ein Roman so zeitgemäß angefühlt.« Sydsvenskan
Mattias Timander, geboren 1998 in Kiruna, der nördlichsten Stadt Schwedens, gehört der ethnischen Minderheit der Tornedaler an. Heute lebt er in Stockholm, wo er als Kulturjournalist und freier Autor tätig ist. Er studierte Literaturwissenschaft in Stockholm und war zwischen 2018 und 2020 mit 20 Jahren der jüngste Bürgermeister in der Geschichte Schwedens. Anschließend arbeitete er bis 2022 für die Bonnier Verlagsgruppe, wo er Autorengespräche moderierte. »Dein Wille wohnt in den Wäldern« ist in der Übersetzung von Hanna Granz im Allee Verlag erschienen.