Der dänisch-schwedische Cellist Tobias van der Pals konnte seinen Augen kaum glauben, als er über das fast vergessene Werk von dem mit ihm verwandten Komponisten Leopold van der Pals stolperte: Über 250 Musikstücke, 20 Gedichtbücher und 32 Tagebücher hatte Leopold van der Pals hinterlassen. Und was für ein Nachlass! Symphonien, Opern, Sonaten, Kammermusik und Lieder mit Texten von Rainer Maria Rilke, von der Spätromantik über Impressionismus und Expressionismus bis hin zur Nachkriegsmoderne. Nur gab es keine einzige Aufnahme davon – trotz zahlreicher Aufführungen bei den Berliner Philharmonikern, den Wiener Symphonikern, dem New York Philharmonic Orchestra und vielen anderen hochrangigen Orchestern der Welt.
Jetzt hat das Berliner Publikum eine einzigartige Chance, diese Musik beim Konzert im Felleshus mit der dänischen Star-Sopranistin Dénise Beck zu hören – eingebettet in ein breites Programm mit Werken von Richard Strauss, Alban Berg, Otto Schierbeck und Alma Mahler.
Dénise Beck (DK/DE), Sopran
Tobias van der Pals (DK/SE), Cello
István Bonyhádi (HU), Klavier
Die Künstler·innen
Die deutsch-dänische Sopranistin Denise Beck studierte an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien sowie an der Königlich Dänischen Musikakademie in Kopenhagen, wo sie 2011 die Solistenklasse abschloss. Ihr offizielles Debüt gab sie 2009 an der Volksoper Wien. Seitdem trat sie an zahlreichen renommierten Opern- und Konzerthäusern weltweit auf, darunter in Berlin, Stockholm, Amsterdam, Tokio und Brasília.
Zu ihrem Repertoire zählen bedeutende Opernrollen wie Pamina in »Die Zauberflöte«, Fiordiligi in »Così fan tutte«, Gretel in »Hänsel und Gretel« sowie alle vier Frauenrollen in Offenbachs »Hoffmanns Erzählungen«. 2025 sang sie erstmals die Titelrolle in Puccinis »Tosca«. Ihre warme, vielseitige Stimme ermöglicht ihr Auftritte in unterschiedlichsten Stilrichtungen – von Barock über Romantik bis hin zu zeitgenössischer Musik. Neben der Oper ist sie auch als Lied- und Oratoriensängerin tätig und interpretiert Werke von Mahler, Beethoven, Richard Strauss und Alban Berg. Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf dänischer Musik. Sie wirkte an mehreren Einspielungen dänischer Opern und Lieder mit dem Dänischen Radiosinfonieorchester mit und engagiert sich zudem für die Wiederentdeckung unbekannter Werke dänischer Komponisten.
2021 wurde Dénise Beck von Königin Margrethe II. von Dänemark zur Ritterin ernannt.
Der schwedisch-dänische Cellist Tobias van der Pals wird international für seinen warmen, ausdrucksstarken Klang geschätzt und von der Presse als herausragender Instrumentalist gewürdigt. Als Solist und Kammermusiker konzertierte Tobias van der Pals in Skandinavien, Großbritannien, Russland, Japan sowie auf zahlreichen Tourneen durch Europa. Besonders große Anerkennung erhielt seine Aufführung aller Cellosuiten von Johann Sebastian Bach im Jahr 2019, die von der Zeitung Sydsvenskan als außergewöhnliche künstlerische Leistung beschrieben wurde.
Van der Pals ist regelmäßiger Gast bei internationalen Festivals wie dem Schwarzwald Musikfestival, Zeit für Neue Musik oder den Jazz- und Klassiktagen Tübingen. Darüber hinaus ist er künstlerischer Leiter der Musikforeningen auf der Folke Bernadottes Allé sowie Co-Leiter des Nordic Chambermusic Festival in Dänemark. Ein wichtiger Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der Kammermusik, insbesondere mit dem Van der Pals Quartett. Zudem veröffentlichte er Aufnahmen bei renommierten Labels wie CPO, Gateway Music und DaCapo. Tobias van der Pals stammt aus einer traditionsreichen Musikerfamilie. Seine Beschäftigung mit der Musik von Leopold van der Pals sowie mit Persönlichkeiten wie Julius Johannsen und Nikolai van der Pals eröffnet neue Perspektiven auf die europäische und russische Musikgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts.
Er spielt ein Violoncello von Johannes Guillami aus Barcelona aus dem Jahr 1740 sowie einen Bogen von Charles Peccatte aus dem Jahr 1870.
Der ungarische Pianist István Bonyhádi wurde 1972 geboren und begann bereits im Alter von zehn Jahren mit dem Klavierspiel. Seine musikalische Ausbildung erhielt er zunächst in Pécs, bevor er von 1990 bis 2000 an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien bei renommierten Lehrern wie Paul Badura-Skoda, Ludwig Hoffmann und Oleg Maisenberg Klavier studierte.
Seit vielen Jahren ist István Bonyhádi als Dozent und Korrepetitor tätig. Seit 2003 unterrichtet er an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (MDW), außerdem arbeitet er seit 1998 an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (MUK). Darüber hinaus wird er regelmäßig zu internationalen Meisterkursen eingeladen, unter anderem nach Thailand und Vietnam. Als gefragter Begleiter wirkte Bonyhádi bei zahlreichen internationalen Gesangswettbewerben mit, darunter Belvedere, Musica Juventutis, Otto Edelmann sowie Wettbewerbe in Deutschland, Italien und England. Zudem arbeitete er mit dem Chor der Wiener Staatsoper und dem Wiener Konzertverein zusammen. Seine Konzerttätigkeit führte ihn in zahlreiche Musikzentren weltweit, darunter Wien, Budapest, Berlin, Kopenhagen, London, New York, Ottawa und Bangkok. Er arbeitete mit bedeutenden Sängerpersönlichkeiten wie Christa Ludwig, Roman Trekel und Daniela Fally zusammen und war an Rundfunk- und Fernsehaufnahmen in Österreich, Ungarn und Dänemark beteiligt.
2024 dirigierte István Bonyhádi in Schweden die Operettenproduktion »Csárdásfürstin 2.0« und setzte damit seine vielseitige internationale Karriere als Pianist, Begleiter und musikalischer Leiter fort.
Veranstalter: Kgl. Dänische Botschaft