»Im Mittelpunkt der Ausstellung steht ein Ort von persönlicher Bedeutung: eine Insel. Wir nennen sie die verschleierte Insel, denn wenn es regnet, verschmilzt sie so nahtlos mit ihrer Umgebung, dass sie fast aufhört zu existieren.
Seit meiner frühen Kindheit habe ich meine Sommermonate auf Inseln verbracht. Im Laufe der Zeit sind diese Inseln zu wichtigen Bezugspunkten in meinem Leben geworden, und die Insel in dieser Ausstellung bezieht sich kollektiv auf sie alle.
Vom Wasser umgeben, bildet eine Insel eine eigene Welt, die im Einklang mit den Jahreszeiten und dem Wetter atmet. Was zählt, ist die Insel selbst, umgeben von Wellen, felsig und zerklüftet. Sie ist gleichzeitig getrennt und isoliert von der Außenwelt, und doch bleibt ihre Verbindung zur Umwelt stets stark. Zusammen mit anderen Inseln bildet sie einen Archipel.
Die verschleierte Insel verkörpert das kontinuierliche Zusammenspiel mit der Natur. Das Leben ist zyklisch und zwingt dazu, sich an wechselnde Bedingungen anzupassen. Regen bedeutet keine Düsterkeit, sondern er reinigt und verwischt Grenzen, wodurch die Luft lichtdurchlässig wird und zum Leben erwacht. Die zurückweichenden Linien des Horizonts erscheinen in den Kunstwerken als farbige Erinnerungen und Stimmungen. Mehrere Farbschichten bauen Brücken zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren. Das Licht der Insel leuchtet von innen heraus – so wie die Natur aufhellt und zu glühen beginnt, sobald der Regen aufzieht.
Ich lade dazu ein, die Insel zu betreten, einen Ort, an dem es möglich ist, über die eigenen Erfahrungen nachzudenken. Ich hoffe, die Gemälde regen den Betrachter zu der Frage an: Was ist Ihre Insel, und wonach suchen Sie an ihren Ufern?« Anna Aalto
Abbildung: Anna Aalto (Detail)