Seit langem erforschen Bekim Hasaj und Valentina Gelain natürliche Zusammenhänge, schöpfen daraus Inspiration und entfalten Verbindungen bis hin zur Ergründung der eigenen Immanenz. In den letzten Jahren entstand ein vertiefter Dialog und Austausch zwischen ihren Forschungen aus zwei komplementären Perspektiven: Materie, Körperlichkeit und Präsenz trafen auf das Liminale, das Schwebende und das Vergängliche.
Zwischen Konzeption, Prozess und Interpretation suchten Hasaj und Gelain nach einer Umsetzung durch felsige Entitäten in waldigen Umgebungen: Hasaj in der Erforschung dieser Körper und ihrer Kristallisation in metallische Oberflächen, und Gelain durch das Eintauchen in Symbologien und die Verklärung der Psyche. Diese Gleichzeitigkeit veranlasste sie nicht nur dazu, ihre Kunstwerke erneut nebeneinander zu stellen, sondern auch dazu, neue gemeinsame Arbeiten als Duo zu schaffen.
Der Ausstellungszyklus »The Shell Cracked« zeigt sowohl eigenständige Werke der beiden Künstler·innen als auch ihre ersten kollaborativen Arbeiten in einem sich ständig weiterentwickelnden, multidisziplinären künstlerischen Korpus, wobei jede Iteration neue Blickwinkel und Details bietet. Die Doppelausstellung in der Galerie Pleiku ist die siebte Station; der Schwerpunkt der Arbeiten liegt auf Videokunst, skulpturalen Installationen und experimenteller Poesie.
Die untersuchten Themen konzentrieren sich auf den inneren Apparat und die Phänomene des Menschen. Ziel ist es, Wahrnehmung und Sensibilität durch Figuration, Erzählung und Ausdruck mithilfe von Kulissen und natürlichen Elementen zu stimulieren – und den Betrachter an die Koexistenz und Gegenseitigkeit zu erinnern, deren Teil wir sind. Der Titel deutet auf eine bevorstehende Veränderung hin, vielleicht auf eine, die bereits stattgefunden hat und derer wir uns noch nicht bewusst sind … eine unterbewusste Veränderung, die nicht rückgängig gemacht, sondern nur angenommen werden kann.
Die künstlerische Produktion wurde unterstützt durch das Arts Promotion Center Finland (Taike), Tidskrift Kontradiktion und Svenska Kulturfonden.
Abbildung © Galerie Pleiku