Finnland
Ausser Haus

Elina Lehtoranta: Der Weiblichkeitswahn – Bitte Schutzfolie entfernen

In der Galerie Pleiku

12. bis 22. Aug 2026

Der Begriff des »Weiblichkeitswahns« (im Original »The Feminine Mystique«) wurde in den 1960er Jahren von der amerikanischen Feministin der zweiten Welle, Betty Friedan, in ihrem gleichnamigen Buch geprägt. Kurz gesagt, beinhalteten diese Harhas (Illusionen) die Konditionierung von Frauen zu dem Glauben, dass Mutterschaft die Erfüllung des Frauenseins sei und dass die primäre Rolle einer Frau darin bestehe, sich um das Heim und sich selbst zu kümmern, während Männer den Lebensunterhalt der Familie sichern. Heute, in den 2020er Jahren – in denen diese antiquierten Geschlechterrollen gelegentlich wieder auftauchen –, dient die Ausstellung »Der Weiblichkeitswahn – Bitte Schutzfolie entfernen« als selbstironisches, kritisches Statement und als eine Form der Selbstporträtierung, die den Kampf mit diesen Illusionen dokumentiert. Sie untersucht, wie es ist, an diesen Idealen zu scheitern. Die Ausstellung umfasst fotografische Arbeiten und Videowerke.

Elina Lehtoranta (geb. 1984) ist eine in Helsinki lebende bildende Künstlerin und Master of Arts. Sie hat an der Pekka-Halonen-Akademie, der Kunstakademie Turku und der Aalto-Universität für Kunst, Design und Architektur studiert. Derzeit absolviert sie ein Masterstudium in Gender Studies an der Universität Helsinki. In ihrer Arbeit, die Fotografie, Video und Malerei umfasst, verbindet Lehtoranta Humor, Rohheit und lebendige Farben. Ihre Werke greifen oft auf eigene Erfahrungen zurück, die durch ein starkes Gefühl der Unrealität verstärkt werden. In dieser Ausstellung sind neben Einflüssen aus Judith Butlers Theorie der Geschlechterperformativität auch Referenzen an das Werk von Helmut Newton – eine ihrer jüngsten Inspirationsquellen – zu sehen. Die Experimentalfilme der Ausstellung sind mit Musik der finnischen Indie-Künstlerin Cool Pinky unterlegt. Lehtoranta ist Mitglied der Künstlervereinigung MUU ry und des finnischen Malerverbandes.

Foto © Elina Lehtoranta