Die Dorothée Nilsson Gallery präsentiert mit Arbeiten von Gerry Johansson und Dawid zwei Schlüsselpositionen zeitgenössischer schwedischer Fotokunst.
Im Dialog der beiden Künstler treffen Ebenen wie Raum, Gesellschaft und Struktur auf Wahrnehmung, Zeit und Irritation – Johansson steht für den analytischen, distanzierten Zugang, Dawid für einen phänomenologischen, eher introspektiven Ansatz. Während Johansson fragt, wie die Welt strukturiert ist, fokussiert sich Dawid darauf, wie Wahrnehmung entsteht.
Johansson reduziert die Welt in seinen Bildern, um sie klarer zu erkennen. Dawid arbeitet dagegen mit Abstraktion im Bild und zeigt, wie unsicher unser „Sehen“ ist. Gemeinsam ist beiden Künstlern eine langjährige, konzeptuelle Praxis, der Einsatz von Reduktion als Stilmittel und das Arbeiten in Serien.
Gerry Johansson (*1945 in Örebro, lebt in Höganäs) zählt in Schweden zu den zentralen Positionen einer konzeptuellen, analytischen Fotografie, die das Medium als Instrument des Denkens begreift. Seit den 1980er‐Jahren verfolgt er konsequent seinen künstlerischen Ansatz, die Strukturen der Welt durch systematisches Sehen sichtbar werden zu lassen. Seine Arbeiten entstehen in Werkgruppen und sind oft geografisch definiert.
Dawid (Björn Dawidsson, *1949 in Örebro, lebt in Stockholm) gilt als prägender Vertreter einer postmodernen, konzeptuell erweiterten Fotografie in Schweden. Schon in jungen Jahren entwickelte er eine eigenständige künstlerische Haltung, die Fotografie nicht als Abbild der Wirklichkeit versteht, sondern als Medium der Reflexion über Wahrnehmung, Materialität und die Bedingungen des Bildes selbst.
Abbildung © Dorothée Nilsson Gallery