Die Ausstellung »Polizeimediationen« präsentiert zwei Performance-Videoarbeiten von Karoliina Korvuo, die sich mit dem Polizeiberuf auseinandersetzen, sowie papierbasierte Werke, die im Zusammenhang mit dem Entstehungsprozess der Videos stehen.
In dem Videoessay »Polizeimediationen«, der 2022 entstand, während Korvuo ihre Masterarbeit im Bereich Zeit-Raum-Kunst vorbereitete, teilt die Künstlerin ihre Beobachtungen zu Polizeirepräsentationen und der Rekrutierungskommunikation von Polizeischulen. Sie reflektiert über die spezifischen Merkmale, die mit den Berufsrollen von sowohl Polizeibeamten als auch bildenden Künstlern verbunden sind. Unter Verwendung von Collage- und Internet-Ästhetik unterteilt sich das Werk in drei Abschnitte. Deren Herangehensweise an ein politisches Thema in einem ruhigen Rhythmus bietet dem Betrachter die Möglichkeit, in einem Raum offener Interpretation innezuhalten, der von einer spannungsvollen, lakonischen Humor-Nuance geprägt ist.
Die drei Jahre später fertiggestellte Videoarbeit »Konfrontation« konzentriert sich auf Korvuos Erfahrung bei der Teilnahme an den Aufnahmeprüfungen für die Polizeivollzugshochschule (Poliisiammattikorkeakoulu) in Tampere. Gedreht in einer einzigen Einstellung im Katri-Vala-Zivilschutzbunker im Helsinkier Stadtteil Sörnäinen, liegt der Ausgangspunkt des Werks in den Möglichkeiten verschiedener Sprachsysteme zur Beschreibung der Realität sowie in der mit dem Sprachgebrauch verbundenen Macht. Der Ausdruck des Werks basiert auf geschriebenem und gesprochenem Text, in der Postproduktion erzeugten Kamerabewegungen, variierenden Einstellungsgrößen und körperlichem Ausdruck.
Die Gesamtdauer der Arbeiten beträgt ca. 40 Minuten. Die Werke sind mit finnischen und englischen Untertiteln versehen.
Die Ausstellung wird mit Unterstützung der Kone-Stiftung (Koneen Säätiö) organisiert.
Filmstill »Polizeimeditationen« © Karoliina Korvuo