»Ich hatte einmal sieben Väter in sieben Jahren. Dies hier ist die Geschichte über jene Zeit. Wenn etwas davon erfunden klingt, kannst du sicher sein, dass es wahr ist.«
Weihnachten 1983, in einem Haus in den schwedischen Wäldern. Während draußen der Schnee fällt und ein kleiner Junge auf den Weihnachtsmann wartet, kommt es drinnen zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung, die dazu führt, dass der Mutter ein Geheimnis entschlüpft. Der siebenjährige Junge namens Andrev erfährt an diesem Tag, dass sein Vater nicht sein richtiger Vater ist. Der lebt in einem Land in weiter Ferne und hat lange schwarze Haare. Wie ein Indianer, sagt die Mutter, und deutet auf den Ellbogen, damit der Junge es auch wirklich versteht. Das Herz des Jungen hüpft vor Freude. Das ist das Beste, was er je gehört hat. Es fühlt sich für ihn an, als sei er ein Junge in einem Buch über einen Jungen, der gerade erfahren hat, dass sein Vater der König eines geheimnisvollen Reiches ist. Es fühlt sich für ihn an, als würde bald ein guter Geist kommen, um ihn dorthin mitzunehmen. Aber so ist es nicht. Kein guter Geist wird kommen, nur neue Väter, die nicht die seinen sind.
Andrev Walden (geb. 1976) ist Autor, Journalist und Illustrator. Er schreibt für Dagens Nyheter und war 2017 als erster Kolumnist für den Großen schwedischen Journalistenpreis nominiert. Sein Romandebüt »Jävla karlar« erschien in Schweden 2023 und wurde zu einem triumphalen Kritiker- und Verkaufserfolg, der sämtliche Rekorde brach. Es stand monatelang auf Platz 1 der schwedischen Bestsellerliste und wurde mit dem renommiertesten schwedischen Literaturpreis, dem Augustpreis, ausgezeichnet. Seit 2025 liegt der Roman unter dem Titel »Scheißkerle« in deutscher Übersetzung von Justus Carl bei Luchterhand vor.