Auch wenn sie den jeweils populäreren Werken ihrer Autoren vorausgegangen sind, verdienen die beiden hier versammelten Kompositionen besondere Zuwendung. Das Klavierkonzert Nr. 1, mit dem Sergei Rachmaninow bereits als Siebzehnjähriger begonnen hatte und das er 1917 im Alter von 44 Jahren endgültig freigab, zeigt bei aller Affinität zum Klavierkonzert von Edvard Grieg und zum Typus der Konzerte Chopins und Liszts melodisch bereits den ganzen Rachmaninow.
Die pulsierende Energie teilt Rachmaninows fis-Moll-Klavierkonzert mit der Sinfonie Nr. 2 von Anton Bruckner. Auch sie steht eher am Anfang des sinfonischen Œuvres ihres Verfassers, obwohl der da bereits 47 Jahre alt war. Bruckner schichtet Quader auf Quader, lässt Welle auf Welle folgen. Sein architektonisches Prinzip kennt keine Sieger- oder Verlierermotive. Zuspitzung und Steigerung geschehen durch rhythmische Verdichtung des Einzelklanges, blockartige Instrumentation und schrittweise Metamorphose der Intervalle. »Dergestalt gelang Bruckner eine authentische Lösung des sinfonischen Problems, gleichrangig mit denen von Brahms und Mahler.« – Mathias Hansen
Programm
Sergei Rachmaninow
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 fis-Moll op. 1
Anton Bruckner
Sinfonie Nr. 2 c-Moll WAB 102
Eva Ollikainen
Dirigentin
Anna Vinnitskaya
Klavier
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
In der Saison 2025/26 debütiert Eva Ollikainen unter anderem mit den Münchner Philharmonikern, dem WDR Sinfonieorchester, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, dem Oslo Philharmonic Orchestra, dem Netherlands Philharmonic Orchestra, dem Toronto Symphony Orchestra und dem NHK Symphony Orchestra beim NHK Music Festival.
Zu den Höhepunkten der letzten Spielzeiten zählen Debüts und Auftritte mit dem Orchestre National de France, dem Tonhalle-Orchester Zürich, den Wiener Symphonikern, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, dem Royal Stockholm Philharmonic, dem Los Angeles Philharmonic, dem Baltimore Symphony, dem BBC Symphony Orchestra und dem BBC Philharmonic. Im Opernhaus dirigierte Ollikainen an der Staatsoper Berlin, der Semperoper Dresden, der Königlichen Dänischen Oper, der Kungliga Operan Stockholm, der Finnischen Nationaloper und der Göteborger Oper.
Eva Ollikainen interessiert sich für zeitgenössische Musik und hat mit dem Iceland Symphony Orchestra ein breites Repertoire aufgeführt. Sie ist bekannt dafür, dass sie sich für die Musik der isländischen Komponistin Anna Thorvaldsdottir einsetzt, mit der Ollikainen eine enge künstlerische Partnerschaft verbindet. Im Jahr 2023 veröffentlichten Ollikainen und das Iceland Symphony Orchestra Thorvaldsdottirs ARCHORA / AIŌN bei Sono Luminus, das von der Kritik hoch gelobt wurde. Das Album wurde von der New York Times in die Liste der „Best Classical Music Albums of 2023” und vom Boston Globe in die Liste der „10 best classical albums of the year” aufgenommen. Diese Veröffentlichung folgt auf die Weltpremiere von ARCHORA, die Ollikainen 2022 bei ihrem Debüt bei den BBC Proms mit dem BBC Philharmonic gab; die Premiere wurde vom Guardian zu einem der Klassik-Highlights 2022 gekürt.
Als ehemalige Schülerin von Leif Segerstam und Jorma Panula an der Sibelius-Akademie gewann Ollikainen im Alter von 21 Jahren den Jorma Panula Dirigentenwettbewerb. Heute liegt ihr die Förderung junger Musiker sehr am Herzen. Sie unterrichtet regelmäßig an der Sibelius-Akademie und leitet Meisterkurse beim Fiskars Summer Festival, beim Nordisk Dirigentforum und an Institutionen wie dem Peabody Institute und der Königlich Dänischen Musikakademie. Im Jahr 2021 gründete sie die Dirigentenakademie der Iceland Symphony.
Veranstalter: RSB
Foto: Nikolaj Lund