Zum Weltbuchtag laden Theresa Kohlbeck Jakobsen und die Kgl. Dänische Botschaft zu einer literarischen Reise auf die Färöer ein.
Eines der wichtigsten und produktivsten literarischen Genres der Färöer ist die Lyrik. Aufbauend auf die mündliche Tradition der Balladen und Reime, entwickelte sich zum Ende des 19. Jahrhunderts eine (national-)romantische Dichtung. Seit den 1960er Jahren hat sich eine moderne Lyrik durchgesetzt, die dennoch der Geschichte, der Identität und der Kultur der nordatlantischen Inseln verbunden bleibt und Lesenden einen besonderen Einblick in dieses Literaturland eröffnet.
Wir möchten mit diesem Abend dem Berliner Publikum eben jenen Einblick aus der Perspektive zweier junger färöischer Stimmen ermöglichen, die international oft ungehört bleiben. Wir freuen uns, die Ebba-Hentze-Preisträger·innen Beinir Bergsson und Nansý Sunadóttir präsentieren zu können.
Beinir Bergssons »Sólgarðurin« (Sonnengarten) ist der erste explizit queere Gedichtband der Färöer. Zwischen Schlafzimmer und Großmutters Garten, den beiden Hauptschauplätzen, erzählen die Gedichte von Nähe, Intimität und Sexualität zwischen zwei Männern sowie von der eigenen Familiengeschichte.
Nansý Sunadóttirs »Eg hvessi mær knívin« (Ich schärfe mein Messer) ist der wohl mutigste färöische Gedichtband der letzten Jahre. Mit schonungsloser Ehrlichkeit zeigt er die unerfüllbaren Erwartungen, die die Gesellschaft an junge Frauen stellt und führt mit sprachlicher Schönheit ohne Scham in die dunkelsten Ecken des Erwachsenwerdens.
Der Abend wird mit einer Keynote von Prof. Malan Marnersdóttir von der Universität der Färöer eröffnet. Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt und wird moderiert von der Übersetzerin Theresa Kohlbeck Jakobsen.
Grafik: Cecilia Falkman
To mark World Book Day, Theresa Kohlbeck Jakobsen and the Royal Danish Embassy invite you on a literary journey to the Faroe Islands.
One of the most important and productive literary genres in the Faroe Islands is poetry. Building on an oral tradition of ballads and rhymes, a (national)romantic poetry developed at the end of the 19th century. Since the 1960s, modern poetry has become established, yet it remains connected to the history, identity, and culture of the North Atlantic islands, offering readers a special insight into this literary landscape.
On this evening, we would like to offer Berlin audiences this insight from the perspective of two young Faroese voices that often go unheard internationally. We are delighted to present the Ebba-Hentze-Award winners Beinir Bergsson and Nansý Sunadóttir.
Beinir Bergsson’s »Sólgarðurin« (Suntrap) is the first explicitly queer poetry collection from the Faroe Islands. Set between a bedroom and a grandmother’s garden, the two main locations, the poems tell of closeness, intimacy, and sexuality between two men, as well as the author’s own family history.
Nansý Sunadóttir’s »Eg hvessi mær knívin« (I sharpen my knife) is arguably the most courageous Faroese poetry collection of recent years. With unflinching honesty, it reveals the unattainable expectations that society places on young women and, without shame and with linguistic beauty, leads us into the darkest corners of growing up.
The evening will open with a keynote from Prof. Malan Marnersdóttir from the University of the Faroe Islands. The event will be moderated by the authors’ translator Theresa Kohlbeck Jakobsen and will be held in English.
Artwork: Cecilia Falkman