Als schnellster Mensch auf alle 8000er der Welt – als Kristin Harila dieses Projekt ankündigt, nimmt kaum jemand sie ernst. Vor allem nicht die Männerwelt des Extrembergsteigens. Zwei Jahre und Anläufe später steht sie auf dem letzten der 14 Gipfel – drei Monate schneller als der bisherige Weltrekordhalter. Doch auf dem Weg zu ihrem Triumph kommt ein Mitglied ihrer Seilschaft ums Leben. Obwohl sie alles Menschenmögliche zur Rettung unternommen hat, wird Harila Ziel heftigster Verleumdungen bis zu Morddrohungen. In ihrem Buch »Einsame Spitze. Mein Weltrekord und die Folgen« erzählt sie, was wirklich am Berg geschah und wie sie allen Anfeindungen zum Trotz nicht den Glauben an sich und ihre Mitmenschen verloren hat. (Imagine Books, aus dem Norwegischen von Justus Carl.)
Kristin Harila, geboren 1986 in einem kleinen Dorf in Norwegens Ost-Finnmark, gehört zu den bekanntesten Extrembergsteigerinnen unserer Zeit. Nach ihrem Weltrekord gelang ihr im Mai 2026 als erster Frau überhaupt die Himalayan Triple Crown-Challenge, die Besteigung von Everest, Nuptse und Lhotse innerhalb einer Saison, mit der Besteigung von Everest und Nuptse ohne Flaschensauerstoff. Wenn sie nicht gerade auf Expedition ist, setzt sie sich für Sicherheit im Bergsport, nachhaltigen Expeditionsbetrieb und die Sichtbarkeit von Frauen im Alpinismus ein.
Moderator Philipp Hedemann ist Journalist und lebt seit April 2020 in Berlin. Zuvor berichtete er aus New York und Addis Abeba. Seine Texte und Fotos erscheinen u. a. in der Welt (am Sonntag), der Zeit, der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, der Neuen Zürcher Zeitung am Sonntag, Cicero, Eltern, der Jüdischen Allgemeinen, profil, Publik-Forum und Regionalzeitungen vom Hamburger Abendblatt bis zum Konstanzer Südkurier.
Im Anschluss an die Buchpräsentation zeigen wir – erstmals und exklusiv in Deutschland – Even Sigstads Dokumentarfilm Nådeløse fjell | Savage Mountain über Kristin Harilas »14 Peaks«-Besteigung. (Länge 100 Min., ab August auch bei Sky.) Der Film wurde im Juni 2026 beim Sheffield Doc Fest uraufgeführt. Im Felleshus ist die englischsprachige Originalfassung zu sehen.