Das Kino Babylon startet mit einem cineastischen Streifzug durch Norwegen in das neue Jahr. Gezeigt werden rund 30 Produktionen aus dem Land der Berge, Gletscher und Fjorde. Aber auch aus seiner Hauptstadt Oslo als Epizentrum einer vitalen Filmkultur, die mit Regisseuren wie Joachim Trier (»Der schlimmste Mensch der Welt«) oder Dag Johan Haugerud (»Oslo Trilogy«) oder Hans Petter Moland (»Ein Mann von Welt«) derzeit breite internationale Anerkennung findet.
Mit einer Garde junger Regisseure und Produzenten hat Norwegen als Filmland in jüngster Zeit stark an Bedeutung gewonnen. Dies belegen Auszeichnungen auf internationalen A-Festivals wie Cannes oder der Berlinale an Produktionen wie »Sentimental Value« (2024) oder »Oslo Story – Dreams« (2024).
Eröffnet wird NOR-WAY mit einem Live-Auftritt der samischen Sängerin und Aktivistin Ella Marie. Sie ist Gewinnerin der TV-Show »Stjernekamp« (das norwegische Pendant zu »Deutschland sucht den Superstar«) und zugleich Hauptdarstellerin des Films »Let the River Flow« (2023).
Am 17. Januar erzählt Dag Johan Haugerud in einem Podiumsgespräch mit Festivalkurator Friedemann Beyer von seiner Arbeit. Zusätzlich ist Haugerud eine kleine Werkschau früherer Filme gewidmet.
Gezeigt werden zudem erfolgreiche Produktionen des jüngeren Norwegischen Kinos wie »Elling« (2001), »Ein Mann von Welt« (2010) mit Stellan Skarsgård, der dystopische Film »Anderland« (2006) oder der Sami-Klassiker »Ofelaš – Pathfinder« (1987).
Außerdem präsentiert das Festival Werke frühen norwegischen Filmschaffens: so die Knut-Hamsum-Verfilmung »Segen der Erde« (1921), den Milieu-Krimi »Café X« (1928) oder den Sami-Klassiker »Laila, die Tochter des Nordens« (1929), live begleitet von Anna Vavilkina.
Ein besonderes Festival-Highlight verspricht Edith Carlmars »Die jungen Sünder« (1959) zu werden. Der Debütfilm der 20-jährigen Liv Ullmann, der seinerzeit unter dem Titel »Frühehe« gekürzt in die Kinos kam, löste im prüden Nachkriegsdeutschland einen Skandal aus. Das Babylon zeigt die restaurierte, ungekürzte Originalfassung.
NOR-WAY, das Festival des Norwegischen Films wird freundlicherweise unterstützt von der Botschaft des Königreichs Norwegen in Berlin, ebenso vom Norwegischen Filminstitut (NFI) und der Norwegischen Nationalbibliothek (NLN) in Oslo.
Filmstill aus »Let the River Flow« © Verleih