Am 13. September 1858 fängt der Dampfer »Austria« mitten auf dem Atlantik Feuer und sinkt nur wenige Tage vor dem Ziel in Amerika. Es ist das vermutlich größte Schiffsunglück des 19. Jahrhunderts: 542 Menschen sind an Bord, nur 80 können gerettet werden. Unter den Passagieren befindet sich Henriette Wulff, Tochter eines dänischen Admirals und enge Freundin des Weltautors Hans Christian Andersen.
Der österreichische Autor Stefan Kutzenberger macht diese historische Katastrophe zum Ausgangspunkt eines Briefromans der anderen Art, von der Presse gefeiert als »große Kunst« und »Geniestreich«. Während Henriette im Atlantik treibt und in Gedanken Briefe an Andersen verfasst, sitzt dieser zu Hause in Dänemark und schreibt seinerseits Briefe, die nie ankommen werden. Die Annäherung scheint zum Scheitern verurteilt, und doch wird schmerzlich klar, dass diese Beziehung beiden weit mehr bedeutet, als sie je zugegeben haben. Jahrzehntelang hat Henriette geschwiegen, sich angepasst, die erdrückende Etikette der Kopenhagener Gesellschaft ertragen. Jetzt spricht sie aus, was sie immer verschwiegen hat – und muss eine Entscheidung treffen, die alles bedeutet.
»Ein Glückswurf und Geniestreich … die absolute Leseempfehlung.« ORF
»Stefan Kutzenbergers großartiger Pseudo-Briefroman Die Liste der Lebenden [ist] große Kunst.« Der Standard
»Ein literarisches Wagnis – aber eines, das trägt wie eine solide Rettungsplanke.« ARD
Stefan Kutzenberger (geb. 1971 in Linz) studierte in Wien, Buenos Aires, Lissabon und London und lebt als Schriftsteller, Kurator und Literaturwissenschaftler in Wien. Er ist mit einer Dänin verheiratet und hat zwei erwachsene Töchter. Sein Debütroman »Friedinger« erschien 2018, es folgten »Jokerman« (2021) und »Kilometer null« (2023). »Die Liste der Lebenden« ist sein vierter Roman, erschienen im März 2026 im Picus Verlag.