Die Ausstellung »Muisto« versammelt neue Werke auf Leinwand von Anna Retulainen, in denen das zentrale Thema die Erinnerung ist. Mitunter sind es fragile Erinnerungsfragmente, die Retulainen Stück für Stück wieder in den Fokus rückt. Gleichzeitig regt sie mit ihren farbenprächtigen Gemälden die Betrachtenden dazu an, sich mit ihren eigenen Erinnerungen auseinanderzusetzen.
Die dichte, vielschichtige Farbpalette fesselt die Betrachtenden und enthüllt nach und nach auch Gegenständliches in den Kunstwerken. So sind beispielsweise in der Arbeit »Corbezzolo (Villa Iris)« erst auf den zweiten Blick in leichter Linienführung Umrisse der Vulkankrater des Vesuvs bei Neapel in der Ferne zu erkennen. Wie stets in Retulainens Werken entfalten die kräftige Farbauswahl und der zunächst arbiträr scheinende und dann erkennbar präzise gesetzte Farbauftrag als visuelles Erlebnis große Wirkung.
Anna Retulainen (geb. 1969 in Orimattila, Finnland) zählt zu den einflussreichsten Künstlerinnen der finnischen Gegenwartskunst. Seit 1995 wurden ihre Werke in Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt und befinden sich in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen. Retulainens Gemälde gehörten 2018 zu den ersten zeitgenössischen Kunstwerken, die dauerhaft im finnischen Präsidentenpalast ausgestellt wurden.
Abbildung: Anna Retulainen, Corbezzolo (Villa Iris), 2026, Öl auf Leinwand, 140 x 100 cm